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Pilatus Porter von MR-Aerodesign

Es ist November 2007. Die Winterzeit hat Einzug gehalten, es ist bereits Nacht wenn man nach der Arbeit nach Hause kommt. Was also liegt näher, als in den Keller hinabzusteigen und ein neues Bauprojekt in Angriff zu nehmen.

Das Projekt in diesem Winter heisst PC-6. Zuerst als kleine Variante mit 1200 mm Spannweite. Ein Bausatz der Firma E*STAR MODELS bringt mich nach Jahren der Abstinenz wieder zurück zu Balsastaub und Leimgeruch. Gerade richtig, um mich mit den Eigenheiten eines vom Laser geschnittenen Baukasten vertraut zu machen. Auf RC-Groups gibt es ein Review davon.

Das eigentliche Objekt ist eine PC6 mit doppelter Spannweite, gelasert von Martin Rousseau aus Kanada. Unter dem Label MR-Aerodesign vertreibt er verschiedene Modelle in diversen Grössen. Er hat mir extra einen Baukasten für 2m Spannweite gefertigt. Der Kasten sieht super aus, hat sehr viel Holz und eine tolle Dokumentation auf CD mit vielen Detailaufnahmen von Originalen dieses Flugzeugtyps.

Das Modell ist ein reinrassiger Holzbausatz der lasergeschnittene Bauteile und diverse Platten und Leisten enthält. Die Laserbearbeitung ist gut bis sehr gut und die Teile lassen sich meist sehr leicht aus dem Holz lösen. Ein Papprohr mit dazu passendem 16mm Alurohr als Tragflächenverbinder runden den Inhalt ab. Kleinteile, eine Motorhaube oder das Fahrwerk sind bei dieser Baukastenversion nicht vorhanden. Diese Modellgrösse ist eine Sonderedition und wird wohl nur in unbedeutenden Stückzahlen gefertigt.

Der Baukasten
Im Baukasten enthalten sind mehrere excellente Baupläne. Mit dabei ist ein Teileplan auf dem jedes Teil abgedruckt ist. Damit lassen sich im Reparaturfall leicht die benötigten Ersatzteile herstellen. Eine Mappe mit CAD Baustufenbildern und eine CD mit vielen Bildern einer PC-6 und weiteren Informationen zum Modell runden den Baukasten ab.

Der Bausatz setzt Kenntnisse im Bau und Auslegung von Modellen dieser Grössenklasse voraus. Es sind keine Angaben über die zu verwendenden Klebstoffe oder zum Einbau der Anlenkungen und Elektronik vorhanden. Wenn man einmal mit dem Bauen begonnen hat, kann man fast nicht mehr aufhören. Das gilt besonders für die Bausätze, bei denen man sichtlich weiterkommt und nicht dauernd über ungeklärte Details stolpert. Nun gut, dieser Bausatz ist nicht perfekt. An einigen Stellen passen die Schlitze nicht, und für das Rumpfgerüst wurde auschliesslich Pappelsperrholz verwendet. Trotzdem passt fast alles erstaunlich gut zusammen.

Der Rumpf wirkt bei bei diesem Bausatz extrem massiv und dadurch unnötig schwer. Nach Rückfrage bei MR hat auch er ein zu hohes Gewicht für diesen ersten Bausatz bestätigt. Meine Modifikationen betreffen daher hauptsächlich das Gewicht. Ich habe alle möglichen Sperrholzstücke zusätzlich gelocht und einige Spanten schmaler gesägt. Die Gewichtseinsparung beträgt rund 25%. Für einen bequemen Transport im Kombi wird der Rumpf teilbar ausgeführt. Darum kommt ein zusätzlicher Spanten dazu.

Der Bau des PC-6 ist zügig vorangeschritten. Gerade noch an den Hauptarbeiten am Rumpf, sind jetzt Seiten- und Höhenruder fertiggestellt. Die Flügel sind fast fertig und warten auf die Beplankung. Die Landeklappen und Querruder sind in der Endphase.

Stromversorgung
Zur Stromversorgung kommt ein DPSI-BIC zum Einsatz. Daran angeschlossen werden zwei Eneloop 5-Zellen Akkus. Erste Tests ergaben eine nutzbare Kapazität von rund 3500 mAh. Die PC-6 bekommt eine Beleuchtung. Zwei Positionslichter (rot/grün) an den Flügelenden, zwei Landescheinwerfer, ein ACL und ein Blinklicht auf dem Seitenruder erlauben sicher noch Flüge in der Abenddämmerung.

Im Dauerbetrieb müssen die Luxeon LEDs gekühlt werden. Ich habe sie auf rund 17mm lange Aluröhrchen mit 7mm Durchmesser geklebt. Zwei kleine Platinenstreifen führen die Anschlüsse nach hinten. Ein Stück Schrumpfschlauch isoliert gegen Kurzschlüsse.

Die Steuerelektronik von flugmodellbau.de habe ich speziell angepasst. Die Idee dabei ist, dass bereits beim Einstecken der Antriebsakkus die Positionlichter in den Flügeln leuchten. Das ist eine perfekte Kontrolle ob der Antrieb eingeschalten ist. Das Blinklicht auf dem Seitenruder wird zusammen mit der Empfängerversorgung aktiviert. Sobald am Sender der Motor per Schaltfunktion scharf gestellt wird, beginnt das ACL zu blitzen. Die Landescheinwerfer werden über eine Flugphase aktiviert.

Die Landeklappen der PC-6
Im Plan von MR-Aerodesign sind die Landeklappen mit Vorflügel gezeichnet. Dass es diese wirklich gibt, ist in der Scale-Dokumentation auf der mitgelieferten CD ersichtlich. Doch lohnt sich der Aufwand wirklich? Da ich nicht Scale baue, wohl eher nicht. Jetzt füllt ein Balsablock den 'nicht benötigten' Zwischenraum.

Zur Kontrolle ob das Profil stimmt, habe ich mir aus Resten einer Acrylglasplatte eine Schablone gefertigt, die den Profilverlauf vom Plans kopiert. Die untere 'Gabel' bestimmt die Position der Drehachse der Landeklappen.

Steckverbindung Flügel - Rumpf
Die elektrische Verbindung vom Flügel zum Rumpf ist bei jedem Modell eine Herausforderung. Die Vielzahl der im Handel erhältlichen Steckersysteme und die verschiedenen Anforderungen bezogen auf das betreffende Modell erschweren die Entscheidung für ein bestimmtes System manchmal. Ich habe für mich drei Systeme gefunden, die alle Bereiche abdecken können. Da wäre zum einen der klassische Servostecker. Gut für Ströme bis 2A Dauer erledigt dieses System die Versorgung von Slowflyern und kleineren Modellen mit 1-2 Servos pro Stecker. In der nächst höheren Kategorie verwende ich die bekannten grünen Multiplex Stecker / Buchsen. Damit lassen sich ohne Probleme 4 Servos pro Flügel inkl. Versorgung verbinden. Wenn es mehr Verbinungen braucht, verwende ich das System von XYZ.Natürlich sind diese Stecker und Buchsen nicht für den Modellflug konzipiert worden, lassen sich aber flexibel anpassen und bestücken. Das System besteht im wesentlichen aus Stecker und Buchsenkontakten mit den dazugehörigen verschiedenen mehrpoligen Gehäusen. Die Kontake gibt es passend für diverse Kabelquerschnitte. Gemäss Hersteller werden die Kontakte gecrimpt, für uns Modellbauer reicht auch löten, was mit den Kontakten wirklich sehr gut gelingt. Das System trägt die Bezeichnung Qikmate und stammt vom Hersteller Souriau. Die Gehäuse müssen für den Einbau in einen einfachen rechteckigen Ausschnitt etwas modifiziert werden.

Wer das Modell in der ursprünglichen Grösse vom 3.2m bestellt, bekommt eine passende GFK-Haube mitgeliefert. Bei meiner Grösse ist das leider wegen der Sonderanfertigung noch nicht der Fall. Die urprüngliche Idee, mit dem Bau einer Form für die GFK-Haube den Einstieg in die Laminier- und Harztechnik einzusteigen, habe ich nach dem Studium der Orininalfotos auf der CD verworfen. Die Haube hat eigentlich keine geschwungenen Fläche, alles lässt sich mit einfachen Kegeln und Flächen bequem in Holz nachbauen. Ein sehr nützliche Hilfe sind die im Plan enthaltenen Spanten für die Nase. Übertragen auf Papier, bekommt man schnell eine Vorstellung wie sowas in Holz aussehen wird. Die Spanten habe ich mit Ausschnitten versehen und mit Kiefernleisten verbunden, sowie zusätzlich diagonal mit Kohlestäben abgestützt. Das Ganze wurde anschliessend mit 2mm Balsa verkleidet.
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